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Discount-Zertifikat – mit Rabatt in den Markt

Der Kauf eines Discount-Zertifikats bietet sich an, wenn…

…Sie von einem stagnierenden bis leicht fallenden Markt ausgehen und mit einem Rabatt einsteigen wollen.

Discount-Zertifikate geben Ihnen die Möglichkeit, einen Basiswert, das kann etwa eine Aktie, ein Index oder ein Rohstoff sein, zu einem niedrigeren Preis zu erwerben. Dieser Rabatt wirkt wie ein Sicherheitspuffer gegen Kursverluste.
Der Kaufpreis eines Discount-Zertifikats liegt unter dem aktuellen Preis des Basiswertes, auf welches sich das Zertifikat bezieht. Sie können also den Basiswert mit einem Rabatt erwerben. Dadurch bietet das Discount-Zertifikat gegenüber einem Direktinvestment einen Renditevorsprung. Zudem fungiert der Rabatt als Sicherheitspuffer. Denn ein Verlust tritt nur ein, wenn der Kurs des Basiswertes unter das Kaufniveau des Discount-Zertifikats fällt. Vor allem wenn sich der Basiswert seitwärts entwickelt oder leicht fällt, können Sie so dennoch eine positive Rendite erzielen.Discount-Zertifikate sind mit einem Cap ausgestattet, damit profitiert der Anleger limitiert. Das heißt, ab einem bestimmten Kursniveau profitieren Sie nicht mehr von der Entwicklung des Basiswertes. Notiert am Laufzeitende der Basiswert auf oder über dem Cap, bekommen Sie den Cap-Betrag ausbezahlt. Notiert der Basiswert unter dem Cap, erhalten Sie den Kurswert. 

Discount-Zertifikate gewähren Ihnen als Anleger einen Rabatt (Discount) auf den aktuellen Kurs eines Basiswertes. Als Basiswerte können einzelne Aktien, Aktienindizes und -baskets, Währungen, Rohstoffe oder Zinsinstrumente dienen. Gleichzeitig wirkt der Discount wie ein Sicherheitspuffer gegen Kursverluste. Als Anleger können Sie mit einem Discount-Zertifikat selbst dann noch positive Renditen erzielen, wenn der Kurs des Basiswertes über einen längeren Zeitraum per saldo seitwärts tendiert oder sogar moderat fällt.

Die maximale Rückzahlung aus einem Discount-Zertifikat ist allerdings auf einen festgelegten Höchstbetrag (Cap) begrenzt. Grundsätzlich gilt: Je niedriger dieser Höchstbetrag, desto größer ist der Sicherheitspuffer und der Rabatt auf den aktuellen Kurs des Basiswertes.

Discount-Zertifikate haben meist eine Laufzeit von ein bis drei Jahren. Am Laufzeitende wird geprüft, wo sich der Kurs des Basiswertes befindet. Liegt der Kurs des Basiswertes auf oder oberhalb des Höchstbetrages, so erzielen Sie den maximal möglichen Gewinn und erhalten den Höchstbetrag ausbezahlt.

Liegt der Kurs der Aktie am Stichtag unter dem Höchstbetrag, so erhalten Sie in der Regel die Aktie in Ihr Depot geliefert. Bei Discount-Zertifikaten auf Indizes, Baskets, Währungen oder Zinsinstrumente erhalten Sie stattdessen eine Ausgleichszahlung, die wirtschaftlich dem Wert des Basiswertes entspricht. Auch bei Discount-Zertifikaten auf Aktien kann jedoch ein solcher Barausgleich (Cash Settlement) vereinbart sein. Genaueres dazu erfahren Sie aus dem jeweiligen Termsheet der Produkte.

Wenn Sie Ihr Discount-Zertifikat bis zur Fälligkeit halten, erleiden Sie erst dann einen Verlust, wenn der Kurs des Basiswertes so weit gefallen ist, dass der Discount aufgebraucht wurde. Insofern wirkt der Rabatt wie ein Sicherheitspuffer gegen Kursrückgänge des Basiswertes. Wenn Sie mit einem Discount-Zertifikat einen Verlust erleiden, wird dieser stets geringer sein als bei einem Direktinvestment.

Discount-Zertifikate eignen sich daher – je nach Höhe des Cap – für vorsichtige bis risikobewusste Anleger. Besonders gut funktionieren Discount-Zertifikate in seitwärts tendierenden Märkten. Wenn Sie dagegen deutlich steigende Märkte erwarten, sollten Sie lieber auf Index-, Bonus- oder Outperformance-Zertifikate setzen, da in diesem Fall die Kursgewinne des Discount-Zertifikats durch den Cap zu schnell begrenzt werden.

Extrem defensive Discount-Zertifikate mit einem Cap sehr weit unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes (Deep-Discount-Zertifikate) werden von einigen Anlegern auch als Ersatz für Termineinlagen eingesetzt. Bei relativ komfortablen Sicherheitspuffern lassen sich so immer noch Renditen von drei bis fünf Prozent pro Jahr erzielen. Es muss aber betont werden, dass das Risiko bei einem solchen Einsatz von Discount-Zertifikaten höher ist als bei einer Kapitalanlage in Termingeld oder erstklassigen festverzinslichen Wertpapieren. 

Deep-Discount-Zertifikate

Besonders defensive Discount-Zertifikate mit einem Cap sehr weit unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes (Deep-Discount-Zertifikate) werden von einigen Anlegern auch als Ersatz für Termineinlagen eingesetzt. Ein solches Produkt könnte wie folgt ausgestattet sein:

Restlaufzeit: 1 Jahr
Basiswert: DAX
Bezugsverhältnis: 0,01
Maximalbetrag (Cap): 35,00 Euro (bzw. 3.500 Punkte)
Aktueller Kurs des Zertifikates: 33,50 Euro
Aktueller Stand der Aktie: 6.700 Punkte


Notiert der DAX nach einem Jahr auf oder oberhalb von 3.500 Punkten, so erhalten Sie als Anleger 35,00 Euro und erzielen einen Ertrag von 4,5%. Ansonsten erhalten Sie ein Hundertstel des dann gültigen Indexstandes ausbezahlt. Der DAX könnte also um 3.200 Punkte oder knapp 48% fallen, ohne dass Ihre Rendite darunter leidet. Einen Verlust erleiden Sie erst, wenn der DAX um mehr als 50% auf unter 3.350 Punkte fällt. 

Wichtige Kennzahlen

Um strukturierte Produkte besser beurteilen zu können, liefert Ihnen unsere Website zu den meisten Produkttypen eine Reihe von Bewertungskennzahlen. Diese werden angezeigt, sobald Sie ein einzelnes Produkt in der Detailansicht aufrufen. Um ein Discount-Zertifikat zu beurteilen, helfen Ihnen die nachfolgenden Kennzahlen, deren Bedeutung wir Ihnen kurz erläutern möchten.

Maximale Rendite:
Aufgrund des Cap ist der maximale Ertrag bei einem Discount-Zertifikat stets auf einen festen Höchstbetrag begrenzt. Die maximale Rendite gibt an, welcher Ertrag sich mit einem Discount-Zertifikat im günstigsten Fall erzielen lässt.

Maximale Rendite p.a.:
Die maximale Rendite p.a. gibt an, welcher jährlichen Rendite der maximale Ertrag entspricht. Damit werden Discount-Zertifikate mit unterschiedlicher Restlaufzeit besser vergleichbar.

Seitwärtsrendite:
Die Seitwärtsrendite gibt an, welchen Ertrag Sie mit einem Discount-Zertifikat erzielen würden, wenn sich der Kurs des Basiswertes vom Kaufzeitpunkt bis zum Laufzeitende per saldo nicht verändern würde. Notiert der Basiswert bereits heute auf oder oberhalb des Cap, so entspricht die Seitwärtsrendite stets der maximalen Rendite.

Seitwärtsrendite p.a.:
Die Seitwärtsrendite p.a. rechnet die Seitwärtsrendite auf eine jährliche Basis um. Damit werden Discount-Zertifikate mit unterschiedlicher Restlaufzeit besser vergleichbar.

Discount:
Der Discount gibt an, welchen Rabatt Sie beim Kauf des Zertifikats auf den aktuellen Kurs des Basiswertes (multipliziert mit dem Bezugsverhältnis) erhalten.

Sicherheitspuffer:
Der Sicherheitspuffer gibt an, wie stark der Basiswert theoretisch fallen könnte, ohne dass Sie mit einem Zertifikat einen Verlust erleiden. Voraussetzung hierfür ist, dass Sie das Zertifikat bis zum Laufzeitende halten. Je größer der Sicherheitspuffer eines Produktes, umso geringer ist in der Regel die erzielbare jährliche Rendite.

Verlustschwelle:
Die Verlustschwelle gibt an, ab welchem Kurs des Basiswertes Sie einen Verlust erleiden würden, wenn Sie ein Discount-Zertifikat bis zur Fälligkeit halten möchten.

Outperformancepunkt:
Da der Wert des Discount-Zertifikats durch den Cap begrenzt ist, kann die Performance des Basiswertes bei deutlich steigenden Kursen den maximalen Ertrag des Discount-Zertifikats übertreffen. Der Outperformancepunkt gibt an, ab welchem Kurs der Basiswert am Laufzeitende besser abschneiden würde als das Discount-Zertifikat. 

Wie verhält sich das Produkt während der Laufzeit?

Die meisten Zertifikate enthalten Optionskomponenten. Auf anderem Wege wären die ungewöhnlichen Rückzahlungsprofile vieler Zertifikate nicht darstellbar. Der Wert von Optionen wird in erster Linie durch den Kurs des Basiswertes beeinflusst. Daneben beeinflussen aber noch weitere Einflussfaktoren den Wert von Optionen. Der Anleger sollte zumindest die Bedeutung der impliziten Volatilität für die Wertentwicklung von Discount-Zertifikaten kennen.

Historische und implizite Volatilität

Zu unterscheiden ist die historische und die implizite Volatilität. Die historische Volatilität gibt an, wie stark der Kurs eines Finanzinstruments in der Vergangenheit geschwankt ist. Die implizite Volatilität gibt dagegen an, welche Schwankungsstärke in der Zukunft von einem bestimmten Finanzinstrument erwartet wird. Verändert sich die implizite Volatilität für einen Basiswert, so führt dies zu einer Änderung der Optionspreise auf diesen Basiswert. Detaillierte Informationen zum Thema Volatilität finden Sie auch in den Einsteigerinformationen über Optionsscheine.

Wenn Sie in Discount-Zertifikate investieren möchten, so sollten Sie sich zumindest einprägen: Eine steigende implizite Volatilität des Basiswertes kann während der Laufzeit zu Kursrückgängen des Discount-Zertifikats führen. Umgekehrt steigt der Kurs des Discount-Zertifikats bei fallender impliziter Volatilität des Basiswertes, sofern alle anderen Preiseinflussfaktoren sich nicht verändern.

Die Schwankungen durch die Volatilität haben keine Auswirkungen auf das Rückzahlungsprofil des Discount-Zertifikats am Laufzeitende! Der Verkauf eines Discount-Zertifikats während der Laufzeit ist zwar jederzeit möglich, Sie sollten aber beim Kauf eines Discount-Zertifikats grundsätzlich davon ausgehen, dass Sie das Produkt auch bis zur Fälligkeit halten werden.

Daneben haben auch Veränderungen erwarteter Dividendenzahlungen des Basiswertes sowie Veränderungen des Zinsniveaus einen leichten Einfluss auf den Preis von Discount-Zertifikaten. 

Wo liegt der Cap?

Grundsätzlich gilt: Aufgrund des Cap reagieren Discount-Zertifikate unterproportional auf Kursbewegungen des Basiswertes. Wie stark der Kurs eines Discount-Zertifikats während der Laufzeit schwankt, hängt jedoch auch stark davon ab, ob der Cap deutlich oberhalb, unterhalb oder in der Nähe des Basiswertes liegt.

  • Discount-Zertifikate mit extrem niedrigem Cap reagieren nur sehr schwach oder gar nicht auf Kursbewegungen des Basiswertes. Typischerweis bewegt sich der Kurs eines solchen Zertifikats allmählich in kleinen Schritten auf den Cap zu, sofern der Kurs des Basiswertes nicht plötzlich deutlich einbricht. Erreicht wird der maximale Auszahlungsbetrag jedoch stets erst am Laufzeitende!
  • Discount-Zertifikate, bei denen Cap und Kurs des Basiswertes etwa auf demselben Niveau liegen, reagieren in der Regel auf Kursveränderungen des Basiswertes, allerdings nur unterproportional. Der Kurs des Discount-Zertifikats ist etwas weniger schwankungsanfällig als der Kurs des Basiswertes. Je höher der Kurs des Basiswertes steigt, umso weniger stark werden die Kursbewegungen durch das Zertifikat nachvollzogen. Der maximale Auszahlungsbetrag wird erst am Laufzeitende erreicht.
  • Bei einem plötzlichen Kurseinbruch des Basiswertes steigt häufig die implizite Volatilität des Basiswertes. Beide Effekte zusammen können dann dazu führen, dass der Kurseinbruch sich im Wert des Discount-Zertifikats ähnlich deutlich widerspiegelt. Beruhigt sich die Volatilität danach wieder, so steigt der Kurs des Discount-Zertifikats dann oftmals wieder etwas an, auch wenn sich der Kurs des Basiswertes nach dem Kursrutsch nur wenig verändert.
  • Liegt der Cap eines Discount-Zertifikats weit oberhalb des Basiswertes, so werden Kursbewegungen des Basiswertes fast eins zu eins nachvollzogen. Bei solchen Produkten ist der Rabatt auf den Kurs des Basiswertes meist sehr gering. Als Anleger sollten Sie diese Produkte eher meiden, da das Risiko dieser Produkte nahezu genauso hoch ist wie bei einem Direktinvestment in den Basiswert. Wenn Sie deutlich steigende Kurse erwarten, sollten Sie nicht ein Discount-Zertifikat mit einem höheren Cap wählen, sondern besser gleich einen anderen Produkttyp wie Index-, Bonus- oder Outperformance-Zertifikate. 

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