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Bonus-Zertifikat – die Belohung winkt am Laufzeitende

Der Kauf eines Bonus-Zertifikats bietet sich an, wenn…

…Sie von einem leicht fallenden bis steigenden Aktienmarkt ausgehen und zugleich am Laufzeitende des Zertifikats eine vorher festgelegte Bonus-Zahlung erhalten möchten.

Mit einem Bonus-Zertifikat nehmen Sie unbegrenzt an der Kursentwicklung eines Basiswertes teil. Notiert der Basiswert zur Fälligkeit unterhalb des Bonuslevels, aber oberhalb der Barriere, so erhalten Sie den Bonuslevel ausgezahlt. Fällt der Basiswert während der Laufzeit unter die Barriere, so wird der Bonusmechanismus außer Kraft gesetzt. Dann bekommen Sie am Laufzeitende die Aktie oder den Kurswert geliefert.

Mit dem Kauf eines Bonus-Zertifikats setzen Sie auf die Zahlung eines Bonuslevels am Ende der Laufzeit. Sie gehen davon aus, dass während der Laufzeit des Zertifikats der Basiswert, dies kann etwa eine Aktie, ein Index, ein Rohstoff oder ein Währungspaar sein, eine bestimmte Barriere nicht erreicht oder unterschreitet. Ist dies der Fall, kann die Bonuszahlung am Laufzeitende deutlich über der Performance des Basiswertes liegen. Wird dagegen die Barriere erreicht oder gar unterschritten, verfällt die Bonuszahlung. Sie partizipieren dann eins zu eins von der weiteren Entwicklung des Basiswertes. Dagegen sind nach oben keine Grenzen gesetzt. Notiert der Basiswert am Laufzeitende über dem im Bonus-Zertifikat genannten Bonuslevel, profitieren Sie ebenfalls davon.

Diese klassische Variante des Bonus-Zertifikats wurde in den letzten Jahren um eine weitere Ausgestaltung ergänzt: das Capped-Bonus-Zertifikat. Wie der Name schon besagt, ist ein Capped-Bonus-Zertifikat mit einem zusätzlichen Cap, einer oberen Barriere, ausgestattet. Damit verzichtet der Käufer ab einem bestimmten Kursniveau auf die Partizipation an der Entwicklung des Basiswertes. Diese „Bescheidenheit“ wird in der Regel durch eine bessere Ausstattung des Zertifikats belohnt, so etwa durch mehr Bonusrendite und/oder durch eine bessere Sicherheitsausstattung sowie kürzere Laufzeiten. 

In den guten Börsenjahren von 2003 bis 2006 ärgerten sich viele Anleger in Discount-Zertifikaten, dass ihre Renditen aufgrund der Begrenzung durch den festgelegten Höchstbetrag hinter der Marktentwicklung zurückblieben. Gleichzeitig wollten sie aber nicht auf einen gewissen Sicherheitspuffer gegen Kursrückgänge verzichten.

Die Lösung für diese Problematik war das Bonus-Zertifikat. Dieser Produkttyp entwickelte sich in kürzester Zeit zu einem derartigen Publikumsrenner, dass die Umsätze in Bonus-Zertifikaten zeitweise sogar die Umsätze in Discount- und Index-Zertifikaten übertrafen.

Bonus-Zertifikate haben zum Zeitpunkt ihrer Emission meist eine Laufzeit von zwei bis vier Jahren. Sie garantieren Ihnen einen bestimmten Rückzahlungsbetrag („Bonuslevel“), solange der Basiswert während der Laufzeit eine bestimmte Kursschwelle („Sicherheitsschwelle“) nicht berührt oder unterschreitet. Je nach Ausstattung des Produktes können Sie so in vielen Fällen bei akzeptablem Risiko zweistellige Renditen erzielen. Im Gegensatz zu Discount-Zertifikaten ist die maximale Rückzahlung nicht auf einen festen Höchstbetrag begrenzt: Steigt der Basiswert über den Bonuslevel hinaus, so partizipieren Sie weiterhin an diesen Kursgewinnen.

Wird jedoch die Sicherheitsschwelle verletzt, so geht der Schutzmechanismus des Bonus-Zertifikats mit einem Schlag verloren. In diesem Fall werden Sie am Laufzeitende wirtschaftlich so gestellt, als hätten Sie direkt in den Basiswert investiert. Das Zertifikat verhält sich ab sofort ähnlich wie ein Index-Zertifikat. Steigt der Kurs des Basiswertes nach dem Durchbrechen der Sicherheitsschwelle wieder an, so können Sie zwar immer noch Gewinne mit dem Produkt erzielen, der Anspruch auf eine garantierte Auszahlung des Bonuslevels besteht dann aber nicht mehr und wird durch einen solchen Kursanstieg auch nicht reaktiviert.

Wo ist der Haken?

Das klassische Bonus-Zertifikat ermöglicht unbegrenzte Gewinnchancen und bietet gleichzeitig einen Sicherheitspuffer gegen moderate Kursrückgänge. Sie verzichten mit einem Bonus-Zertifikat allerdings - wie bei den meisten Zertifikaten - auf den Erhalt einer Dividende. Mit der Dividende, die der Basiswert ausschüttet, finanziert der Emittent den Sicherheitsmechanismus. Daher weisen Bonus-Zertifikate auf Aktien mit einer hohen Dividendenrendite oft besonders attraktive Chancen-Risiko-Profile auf. Gleichzeitig ist dies auch ein Grund, warum es auf viele Aktien keine Bonus-Zertifikate gibt – ohne Dividende kein Bonus-Mechanismus.

Bonus-Zertifikate eignen sich je nach Ausstattung für steigende, seitwärts tendierende und moderat fallende Märkte. Entscheidend für Sie als Anleger ist, dass die Sicherheitsschwelle zu keinem Zeitpunkt während der Laufzeit durchbrochen wird. Sie sollten daher beim Kauf eines Bonus-Zertifikats unbedingt auf einen ausreichenden Abstand zur Sicherheitsschwelle achten. Prüfen Sie beim Kauf auch unbedingt genau, ob die Sicherheitsschwelle eines Zertifikats nicht bereits in der Vergangenheit verletzt wurde, um nicht versehentlich ein Produkt zu erwerben, bei dem der Bonus-Mechanismus bereits erloschen ist!

Bonus-Zertifikate eignen sich in erster Linie für risikobewusste Anleger, die zumindest keinen starken Kursrückgang des Basiswertes erwarten. Sehr defensive Bonus-Zertifikate, bei denen die Sicherheitsschwelle weit unter dem aktuellen Kurs des Basiswertes liegt, können unter Umständen auch für konservativere Investoren geeignet sein. 

Defensive Bonus-Zertifikate

Wenn es Ihnen als Anleger nicht so wichtig ist, auch bei einer Seitwärtsbewegung einen positiven Ertrag zu erzielen, können Sie den Bonus-Level auch wie eine Art „begrenzte Kapitalgarantie“ einsetzen. Hierzu wählen Sie ein Zertifikat, bei dem der Bonuslevel ungefähr dem aktuellen Aktienkurs entspricht:

Restlaufzeit: 2 Jahre
Basiswert: Daimler AG
Bonuslevel: 46,00 Euro
Sicherheitsschwelle: 29,00 Euro
Aktueller Kurs Zertifikat: 47,00 Euro
Aktueller Kurs der Aktie: 46,00 Euro


Bei diesem Zertifikat sind Bonuslevel und Aktienkurs identisch. Nach oben partizipieren Sie auch hier unbegrenzt an Kurssteigerungen der Aktie. Die Sicherheitsschwelle liegt nun aber deutlich tiefer als beim ersten Produkt. Das Zertifikat bietet Ihnen damit einen komfortablen Sicherheitspuffer von knapp 37%. Der Aktienkurs müsste demnach sehr stark fallen, um diese Sicherheitsschwelle zu verletzen.

Bleibt der Sicherheitsmechanismus intakt, erhalten Sie bei Fälligkeit mindestens 46,00 Euro zurück. Angesichts der gleichzeitigen Chance auf unbegrenzte Kursgewinne beim Kauf des Zertifikats wäre der angefallene Verlust von rund 2% wohl für die meisten risikobewussten Anleger zu verschmerzen. Es muss aber an dieser Stelle betont werden, dass es sich auch in dieser Konstellation bei einem Bonus-Zertifikat nicht um ein kapitalgarantiertes Produkt handelt! Bei einem kräftigen Kursrückgang der Aktie sind auch bei dieser Vorgehensweise erhebliche Kapitalverluste möglich. 

Bonus-Zertifikate mit Cap

Wie bei jeder Form der Geldanlage gilt auch bei Zertifikaten: Wer mehr Rendite will, muss mehr Risiko eingehen. Umgekehrt gilt aber auch: Wer bereit ist, auf einen Teil seiner Renditechancen zu verzichten, der kann sich zusätzliche Sicherheit einkaufen. Eine Möglichkeit haben Sie soeben bereits kennengelernt: Ein tieferer Bonuslevel ermöglicht eine niedrigere Sicherheitsschwelle und damit einen größeren Puffer gegen Kursverluste.

Eine zweite Möglichkeit, zusätzliche Sicherheit zu erkaufen, bieten Bonus-Zertifikate mit Cap. Bei diesen Produkten ist die maximale Rückzahlung auf einen festgelegten Höchstbetrag begrenzt. Im Gegenzug können diese Produkte mit einer niedrigeren Sicherheitsschwelle ausgestattet werden als ein vergleichbares, klassisches Bonus-Zertifikat ohne Cap. Bonus-Zertifikate mit Cap gewähren somit ebenfalls einen größeren Sicherheitspuffer. Bei vielen Bonus-Zertifikaten mit Cap sind Bonuslevel und Cap identisch. Der Cap kann aber auch etwas oberhalb des Bonuslevels liegen.

Wichtige Kennzahlen:

Um strukturierte Produkte besser beurteilen zu können, liefert Ihnen unsere Website zu den meisten Produkttypen eine Reihe von Bewertungskennzahlen. Diese werden angezeigt, sobald Sie ein einzelnes Produkt in der Detailansicht aufrufen. Um ein Bonus-Zertifikat zu beurteilen, helfen Ihnen die nachfolgenden Kennzahlen:

Bonusrendite:
Die Bonusrendite gibt an, welchen Ertrag Sie mit einem Bonus-Zertifikat erzielen, wenn die Sicherheitsschwelle während der Laufzeit nicht verletzt wird und Sie bei Fälligkeit den Bonuslevel ausbezahlt bekommen. Wichtig: Steigt der Kurs des Basiswertes über den Bonuslevel hinaus, so kann Ihr Ertrag auch noch höher ausfallen. Liegt der Kurs des Basiswertes heute bereits oberhalb des Bonuslevels, so wird als Bonusrendite 0,00% angegeben.

Bonusrendite p.a.:
Die Bonusrendite p.a. gibt an, welcher jährlichen Rendite die Bonusrendite entspricht. Damit werden Bonus-Zertifikate mit unterschiedlicher Restlaufzeit besser vergleichbar.

Seitwärtsrendite:
Die Seitwärtsrendite gibt an, welchen Ertrag Sie mit einem Bonus-Zertifikat erzielen würden, wenn sich der Kurs des Basiswertes vom Kaufzeitpunkt bis zum Laufzeitende per saldo nicht verändern würde und der Sicherheitsmechanismus intakt bleibt. Die Seitwärtsrendite kann auch negativ sein, wenn der Kurs des Bonus-Zertifikats höher ist als der des Basiswertes.

Seitwärtsrendite p.a.:
Die Seitwärtsrendite p.a. rechnet die Seitwärtsrendite auf eine jährliche Basis um. Damit werden Bonus-Zertifikate mit unterschiedlicher Restlaufzeit besser vergleichbar.

Abstand zum Sicherheitslevel in % :
Diese Kennzahl gibt an, wie stark der Kurs des Basiswertes fallen müsste, um die Sicherheitsschwelle zu verletzen. Je größer der Sicherheitspuffer eines Produktes, umso geringer ist in der Regel die erzielbare jährliche Bonusrendite.

Abstand zum Bonuslevel in % :
Diese Kennzahl gibt an, wie weit der Kurs des Basiswertes aktuell vom Bonuslevel entfernt ist. Der Wert ist negativ, wenn der Kurs des Basiswertes bereits oberhalb des Bonuslevels notiert.

Wie verhält sich das Produkt während der Laufzeit?

Die meisten Zertifikate enthalten Optionskomponenten. Auf anderem Wege wären die ungewöhnlichen Rückzahlungsprofile vieler Zertifikate nicht darstellbar. Der Wert von Optionen ergibt sich in erster Linie aus dem Kurs des Basiswertes. Daneben beeinflussen aber noch weitere Faktoren den Wert von Optionen. Der Wert des Zertifikats kann sich daher während der Laufzeit gelegentlich anders verhalten als vom Anleger erwartet.

Die Schwankungen durch die Preiseinflussfaktoren Volatilität, Dividenden und Zinsen haben keine Auswirkungen auf das Rückzahlungsprofil des Bonus-Zertifikats am Laufzeitende! Der Verkauf eines Bonus-Zertifikats während der Laufzeit ist in der Regel jederzeit möglich. Sie sollten aber beim Kauf eines Bonus-Zertifikats grundsätzlich davon ausgehen, dass Sie das Produkt auch bis zur Fälligkeit halten werden.

Im Allgemeinen vollziehen Bonus-Zertifikate während der Laufzeit weitgehend die Kursbewegungen des Basiswertes nach, je nach Konstellation etwas stärker oder schwächer.

Das größte Risiko von Bonus-Zertifikaten besteht in einer Verletzung der Sicherheitsschwelle. Die Wahrscheinlichkeit für ein Durchbrechen der Sicherheitsschwelle steigt deutlich an, wenn sich der Kurs des Basiswertes der Sicherheitsschwelle von oben nähert. Daher kann in diesem Szenario der Wert des Bonus-Zertifikats bereits deutlich zurückgehen, bevor die Schwelle durchbrochen wird. Dafür steigt der Kurs oft umso stärker wieder an, wenn sich der Basiswert später wieder von der Sicherheitsschwelle entfernt, ohne diese zu durchbrechen.

Besonders kritisch ist eine solche Situation kurz vor Laufzeitende: Je nachdem, ob die Sicherheitsschwelle verletzt wird oder nicht, unterscheidet sich der Rückzahlungsbetrag des Zertifikats gravierend. Ist kurz vor dem Stichtag immer noch höchst unsicher, ob die Sicherheitsschwelle verletzt wird oder nicht, so können Bonus-Zertifikate eine enorme Hebelwirkung entwickeln und sich in ein riskantes Instrument verwandeln.

Notiert der Kurs der Aktie in der Nähe des Bonuslevels, so ist die Sicherheitsschwelle in der Regel weit entfernt. In dieser Konstellation bieten Bonus-Zertifikate unbegrenzte Gewinnchancen nach oben, während das Risiko größerer Kapitalverluste per Fälligkeit vergleichsweise gering ist. Aufgrund dieses attraktiven Chance-Risiko-Profils ist bei solchen Zertifikaten während der Laufzeit häufig zu beobachten, dass das Zertifikat etwas mehr kostet als der Basiswert selbst.

Bonus-Zertifikate mit Cap reagieren deutlich unterproportional auf Kursbewegungen des Basiswertes, wenn der Kurs des Basiswertes nicht mehr weit vom Cap entfernt liegt. Liegt der Kurs des Basiswertes sogar oberhalb des Cap, so reagieren Bonus-Zertifikate mit Cap nur noch sehr schwach auf Kursbewegungen des Basiswertes, da die Rückzahlung bei Fälligkeit niemals höher sein kann als der Cap.           


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